Rheumatische Erkrankungen verlaufen häufig chronisch. Das bedeutet, dass sie lange andauern oder wiederholt auftreten. Mit der passenden Behandlung lassen sich die Beschwerden jedoch oft gut lindern.
Rheuma ist keine einzelne Erkrankung. Der Begriff „Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises“ umfasst bis zu 400 unterschiedliche Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes. Viele führen zu ziehenden oder reißenden Schmerzen sowie zu Einschränkungen der Beweglichkeit oder anderer Körperfunktionen.
Rheumatische Erkrankungen lassen sich in vier große Gruppen einteilen:
- Beschwerden durch Abnutzungserscheinungen an den Gelenken
- entzündlich-rheumatische Erkrankungen, bei denen das Immunsystem Entzündungen verursacht, zum Beispiel rheumatoide Arthritis oder Morbus Bechterew
- Weichteilrheumatismus, zum Beispiel Fibromyalgie
- Stoffwechselerkrankungen mit rheumatischen Beschwerden, zum Beispiel Gicht
Warum das Immunsystem körpereigene Strukturen als fremd einstuft und angreift, ist noch nicht vollständig geklärt. Entzündlich-rheumatische Erkrankungen können auch junge Menschen betreffen.
Bei einigen Erkrankungen können eine erbliche Veranlagung und weitere innere oder äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Dazu zählt zum Beispiel das Rauchen. Bei einer kleinen Gruppe rheumatischer Erkrankungen können auch länger zurückliegende Infektionen des Darms oder der Blase von Bedeutung sein.
Beantworten Sie für sich folgende Fragen:
- Sind Ihre Finger morgens steif?
- Fühlen Sie sich morgens unausgeruht und wie gerädert, obwohl Sie ausreichend geschlafen haben?
- Wachen Sie nachts mit Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule auf, die nachlassen, wenn Sie aufstehen und sich bewegen?
- Haben Sie nach längerem Sitzen Gelenkschmerzen, die bei Bewegung abnehmen?
- Fühlen Sie sich seit einiger Zeit weniger leistungsfähig und sind Ihre Finger oder Handgelenke seit einigen Tagen geschwollen?
Wenn Sie eine dieser Fragen mit Ja beantworten, lassen Sie die Beschwerden bitte in Ihrer hausärztlichen Praxis abklären.
Zur Behandlung rheumatischer Beschwerden kommen vor allem Medikamente gegen Schmerzen und Entzündungen zum Einsatz. Diese können durch physikalische Therapie und Kälteanwendungen ergänzt werden. Bei starken Beschwerden kann eine spezielle Schmerztherapie sinnvoll sein.
Bei rheumatoider Arthritis können unter anderem Kortison, Immunsuppressiva und Biologika eingesetzt werden. Physio- und Ergotherapie können dabei helfen, Bewegungseinschränkungen zu lindern. Auch regelmäßige Bewegung kann die Behandlung unterstützen. Eine Möglichkeit ist das physiotherapeutisch angeleitete Funktionstraining als Warmwasser- oder Trockengymnastik.
Regelmäßig bewegen:
Bewegen Sie sich regelmäßig und mit mäßiger Belastung. Besonders Muskel- und Krafttraining kann dazu beitragen, die Beweglichkeit und das Gleichgewicht zu verbessern sowie das Sturzrisiko zu senken. Lassen Sie sich geeignete Übungen von einer physiotherapeutischen Fachkraft zeigen und zu Dauer und Häufigkeit des Trainings beraten.
Gelenke entlasten:
Ein höheres Körpergewicht kann die Gelenke zusätzlich belasten. Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung können dabei helfen, ein gesundes Körpergewicht zu erreichen und zu halten. Lassen Sie sich dazu bei Bedarf ärztlich beraten.
Mit dem Rauchen aufhören:
Rauchen kann Entzündungsschübe begünstigen und die Wirkung bestimmter Rheumamedikamente beeinträchtigen. Unterstützung beim Rauchstopp kann den Ausstieg erleichtern.
Arbeitsplatz anpassen:
Ergonomische Veränderungen am Arbeitsplatz können dazu beitragen, Beschwerden zu verringern. Lassen Sie sich dazu am Arbeitsplatz beraten und beziehen Sie bei Bedarf den werksärztlichen Dienst oder eine rheumatologische Fachpraxis ein.
Auf eine ausgewogene Ernährung achten:
Eine ausgewogene und vitaminreiche Ernährung versorgt den Körper in der Regel mit den notwendigen Nährstoffen. Ob Nahrungsergänzungsmittel im Einzelfall sinnvoll sind, sollten Sie ärztlich abklären.
Belastungen reduzieren:
Anhaltender Stress kann Beschwerden verstärken oder Krankheitsschübe begünstigen. Regelmäßige Pausen, Bewegung und bewusste Erholungszeiten können helfen, Belastungen zu reduzieren.
Anhaltende Erschöpfung ernst nehmen:
Bei einigen rheumatischen Erkrankungen kann eine dauerhafte Erschöpfung auftreten. Wenn Bewegung und Erholung nicht helfen, sprechen Sie mit Ihrer rheumatologischen Praxis. Bei Bedarf kann auch psychologische Unterstützung sinnvoll sein.
Auf die Mundgesundheit achten:
Eine sorgfältige Mundhygiene und regelmäßige zahnärztliche Kontrollen helfen, Erkrankungen wie Parodontitis frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
Hilfreiche Angebote:
Rheumatoide Arthritis | Gesundheitsinformation.de
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V.
Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh) ist eine deutsche medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft im Bereich der Rheumatologie.
Junge Rheumatiker
Hier bietet die Deutsche Rheumaliga Informationen für junge Rheumatiker an.
Mein Rheuma wird erwachsen
Mit Geschichten von Betroffenen und nützlichen Wissen bietet diese Webseite der Deutsche Rheumaliga für junge Erwachsene viele Informationen.